
Wir sind eine Interessengemeinschaft, die römische Bevölkerung im Zivilen wie auch militärischen Bereich um die Zeit 150 n. Chr. darstellt. Wir beziehen uns auf regionale Funde, auf Buchquellen, Aussagen und Berichte von Archäologen sowie Erfahrungen aus unserem Reenactment.
Du möchtest die römische Antike leben statt nur erleben? Du suchst Gleichgesinnte, wenn es um römische Kultur und Brauchtum geht? Dann bist du bei uns in der IG Romanum genau richtig!
Wir bemühen uns um eine gute Darstellung der römischen Antike, die sich an historischen Quellen und Funden orientiert, aber auch den Spaß und die Freude an der Sache nicht zu kurz kommen lässt. In unserer Gruppe nähen, basteln, schmieden und bauen wir sehr viel selbst. Dabei finden wir die Balance, ein Hobby neben dem Beruf zu haben und erlauben uns auch kleinere (für Laien nicht erkennbare) Abkürzungen und Kompromisse.
Wenn wir gemeinsam unterwegs sind oder lagern, sind uns der Zusammenhalt und eine gute Stimmung innerhalb der Gruppe sehr wichtig. Wir schätzen die sportliche Herausforderung durch Kämpfe, Formationstraining und Disziplinarübungen. Natürlich legen wir auch Wert auf Gastfreundschaft und ein gemütliches Weinchen am Lagerfeuer. Vor allem nehmen wir uns selbst nicht allzu ernst.
Reenactment ist das möglichst authentische Wiederauflebenlassen von vergangenen geschichtlichen Ereignissen und Zeiten. Dabei geht es darum, eine Darstellung nah am Original selbst zu erleben und für beistehende erlebbar zu machen. Dies kann durch das Nachstellen von konkreten Ereignissen wie Schlachten oder auch dem alltäglichen Leben passieren.
Wir bieten diesen Einblick entsprechend der anwesenden Gruppenmitgliedern je nach Veranstaltung. In der Gruppe ist die militärische Darstellung stärker ausgeprägt, weshalb häufig die verschiedenen Aspekte des Lebens von Legionären und Auxilliaren im Fokus stehen. So üben wir das Agieren in Formation, den Umgang mit Waffen und kochen im Lager authentischen römischen Puls. Aber in der Gruppe wird beispielsweise auch Handwerk betrieben, so kann man beispielsweise Nadelbinden im Lager beobachten. Wir zeigen den Besuchern auch gerne unsere Ausrüstung und erklären diese.
Bei der experimentellen Archäologie geht es darum, Informationen aus Texten und Funden praktisch anzuwenden. Hierbei werden Gegenstände nachgebaut und benutzt. So kann man beispielsweise herausfinden, wie man mit einem Werkzeug gearbeitet hat und Rückschlüsse darauf ziehen, wie viel dieser Arbeit an einem Tag damit verrichtet werden konnte und wie lange es also gedauert haben dürfte, eine Gewisse Anzahl von Gegenständen damit zu fertigen.
Bei uns in der Gruppe werden viele Gegenstände selbst gefertigt, wobei wir natürlich durch das Verwenden eben jener Gegenstände lernen, auf was es ankommt. Je nach Art und Größe des Projekts verwenden wir authentische Fertigungsweisen und Werkzeuge oder greifen auf moderne Hilfsmittel zurück, um das Projekt überhaupt realisieren zu können.
Ein gutes Beispiel ist die Ausrüstung unserer Soldaten. Auch bei Zugekauftem Material stellt man schnell fest, dass es nicht ohne weiteres getragen werden kann, da es in der Praxis einfach unbequem oder unpraktisch ist. Wir tragen die Rüstungen und Waffen nicht nur beim Posieren für Fotos, sondern marschieren damit auch über weitere Strecken oder Kämpfen in voller Montur. Auch wenn der Kampf keiner um Leben und Tod ist, so lernt man die Vor- und Nachteile der Ausrüstung schnell kennen. Durch wiederholte Anpassungen beispielsweise bei Form und Polsterung kommt man zur Ausrüstung wie sie auch damals am Sinnvollsten gewesen sein dürfte.
Wir haben im Laufe der Zeit einige Anleitungen zum Nachbauen von unserer selbstgemachten oder angepassten Ausrüstung gesammelt, andere auch selbst geschrieben und hier auf der Seite veröffentlicht. Einfach herzustellen sind Dinge aus Stoff wie Tuniken, Hosen und Mäntel. Metallbearbeitung ist deutlich aufwändiger und erfordert deutlich mehr Werkzeug und einen Raum zum Arbeiten. Aber auch Rüstungen und Gürtel samt Beschlägen haben wir in der Gruppe schon gefertigt. Dazwischen siedelt sich die Fertigung des typisch römischen Schilds, des Scutums, an. Schau doch mal Vorbei:
Die Römer haben die Region in den etwa 500 Jahren, in denen sie hier waren, stark geprägt. Im ehemaligen Legionslager Moguntiacum (Mainz) finden sich noch heute viele Spuren davon. Vom römischen Bühnentheather und Grabmahl für Drusus über bedeutende Schiffsfunde bis hin zu den Überresten eines Aquädukts findet sich hier alles, was das römische Leben ausmachte. Auch in Borbetomagus (Worms) und Altiaia (Alzey) finden sich zahlreiche Spuren der römischen Vergangenheit. Dazu kommen etliche Gehöfte, Tempel, Straßen, Grabsteine und andere Relikte, die über das ganze Gebiet verstreut sind.
In Mainz war zu unserer Zeit die Legio XXII Primigenia stationiert. Das rheinhessische Umland stellte viel landwirtschaftliche Fläche zur Versorgung der Garnison. Zahlreiche Gutshöfe (Villae Rusticae) zeugen noch heute von der intensiven Nutzung der Region durch die Römer. Die Legionäre waren in Mainz stationiert, damit sie bei Bedarf schnell aus dem Hinterland hin zu einfallenden Truppen an der Grenze am Limes verlegt werden konnten. Die Soldaten wurden aber in friedlichen Zeiten als Ingenieure und Bauarbeiter bei Ausbau und Instandhaltung der Infrastruktur eingesetzt.
In der Grenzregion des römischen Reichs am Limes trafen Kulturen aufeinander und man sieht beispielsweise anhand von Grabsteinen, wie die vorher ansässigen Kelten und Germanen sich an die römische Kultur anpassten und diese mit eigenen Traditionen vermischten. Dazu kamen natürlich auch viele Auxiliartruppen, die meist aus einer Region rekrutiert wurden und dann am anderen Ende des Reichs stationiert waren und wieder eigene Einflüsse mitbrachten.
Wir kommen aus der Region, haben Mitglieder aus Mainz, Worms, Wiesbaden und Darmstadt und haben viele der Funde in direkter Nachbarschaft. Bei so einem besonderen Umfeld wollen wir uns natürlich auf dieses fokussieren.
Wir sind immer offen für neue Mitglieder, egal ob zivil oder militärisch, aber wir legen Wert darauf, dass du zur Gruppe passt. Wir genießen unser Hobby gemeinsam und wollen eine gute Zeit miteinander verbringen, da musst du dazupassen. Entsprechend wollen wir dich natürlich im Vorfeld gerne kennen lernen. Außerdem solltest du Lust haben, dich ein Stück weit in ein Thema einzuarbeiten. Wenn du zu Veranstaltungen zusagst, erwarten wir, dass du auch erscheinst.
Wir treffen uns zu Veranstaltungen, die meist in Rheinlandpfalz und Hessen stattfinden. Du solltest gut nach Mainz, Wiesbaden oder Worms kommen. Wir treffen uns auch außerhalb von Reenactmentveranstaltungen, beispielsweise zum gemeinsamen Museumsbesuch oder zum Stammtisch.
Wer neu startet, braucht erstmal gar keine Ausrüstung, weil wir viel verleihen können. So lernen wir uns erstmal kennen. Und man kann auch mit wenig Ausrüstung gut einen Zivilisten darstellen. Wenn du dich dann entschieden hast, bei uns mitzumachen, helfen wir dir gerne bei der Auswahl und Beschaffung deiner eigenen Ausrüstung. Schau doch schonmal auf unseren Anschaffungsratgeber: